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Landschaftswandel Kultur

„Dem Ersten den Tod, dem Zweiten die Not, dem Dritten das Brot“

„Dem Ersten den Tod, dem Zweiten die Not, dem Dritten das Brot“ war das Los der ersten Siedler im Moor. Seit 1850 wird das Bourtanger Moor im großen Stil kultiviert, wobei Torf- und Landwirtschaft die ursprüngliche Hochmoorlandschaft nach und nach veränderten und ihre Spuren hinterließen.

Moorbrandkultur

Die Moorbrandkultur wurde seit dem 16. Jahrhundert in den Niederlanden und später auch in Nordwestdeutschland praktiziert. Hochmoorflächen wurden vor dem Winter flachgründig entwässert und im darauffolgenden Frühjahr in Brand gesetzt. In die noch warme Asche säten die Bauern vor allem Buchweizen, aber auch Weizen, Hafer und Kartoffeln. Nach 5 bis 7 Jahren war der Boden ausgelaugt und musste 30 Jahre brach liegen.

Fehnkultur

Die Fehnkultur hat ihren Ursprung in den Niederlanden. Zur Entwässerung der Moore wurde ein Netz zahlreicher Kanäle angelegt. Vom Hauptkanal, mit Anschluss an einen Fluss, zweigten zahlreiche kleine Kanäle (Wieken) ab. Die so entwässerten Flächen wurden daraufhin abgetragen und das Torf mit Torfschiffen abtransportiert. Auf dem Rückweg nahmen die Schiffe Schlick aus den Flüssen mit und füllten die abgetragenen Flächen damit auf. Anschließend konnte das Land entlang der Kanäle bewirtschaftet werden.

Deutsche Hochmoorkultur

Die Moorbrand- und Fehnkultur wurden um 1880 durch die Deutsche Hochmoorkultur ersetzt. Die oberste Moorschicht wurden effektiv entwässert, die Vegetation beseitigt und der Boden mit Mineraldünger vermischt. Diese Bewirtschaftungsart schuf die Voraussetzungen für eine großflächige und intensive Landwirtschaft und Besiedlung. Man erreichte eine Erhöhung der Erträge und eine Verbesserung der Lebensbedingungen der Bauern. Im Laufe der Jahre führte diese Art der Moorkultivierung allerdings zu einer erheblichen Verschlechterung der Bodenqualität.

Sandmischkultur

Die Sandmischkultur kam nach dem 2. Weltkrieg auf und diente zur Erschließung weiterer Moorgebiete. Nach der Entwässerung mit Hilfe von Gräben rissen die als „Schwalben des Emslandes“ bezeichneten riesigen Pflüge das Moor bis zu 2 Meter tief auf, holten den Sand aus der Tiefe und vermischten ihn mit dem Torf.


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