Moorbrandkultur (seit dem 16. Jahrhundert; ab 1923 verboten)
Zunächst legten die Bauern flache Entwässerungsgräben an. Im Frühjahr wurde die abgetrocknete Fläche in Brand gesteckt. In die noch warme Asche säten die Bauern vor allem Buchweizen, manchmal Sommergetreide, Hafer und Kartoffeln. Nach 5–7 Jahren war der Boden erschöpft und musste 20–30 Jahre lang brach liegen.
Fehnkultur (seit dem 17. Jahrhundert)
Zur Entwässerung des Moores wurden Kanäle angelegt. Vom Hauptkanal, mit Anschluss an einen Fluss, ging ein Netz kleinerer Nebenkanäle (Wieken) ab. An den Wieken wurden den Siedlern Grundstücke mit Torfstichflächen zugewiesen. Der Schwarztorf auf den entwässerten Flächen wurde bis auf die Sandschicht abgegraben und mit Torfschiffen abtransportiert. Nach dem Verkauf des Torfes nahmen die Fehnkolonisten auf ihren Schiffen Fäkalien aus den Städten und Schlick aus den Flüssen mit. Der Schlick und die Fäkalien mussten auf den abgetorften Moorböden trocknen und durchfrieren. Im darauffolgenden Jahr wurde diese Schicht mit den vor dem Torfabbau abgeschobenen, oberen Bodenschichten - der Bunkerde und dem Weißtorf - gemischt. Anschließend konnte das Land bewirtschaftet werden.