Kultivierung der Moore

Die landwirtschaftliche Nutzung der Moore war lange Zeit, abgesehen von der Brandkultur, nur nach vollständiger Abtorfung möglich. Durch technische Errungenschaften und die Erfindung künstlichen Düngers kamen weitere Erschließungsverfahren hinzu. Aus dem bedrohlich wirkenden Moor von einst entstand ein Wirtschaftsstandort. Moderne Betriebe mit unterschiedlichen Standbeinen in der Viehhaltung, dem Ackerbau oder der Energiewirtschaft prägen heute die Landwirtschaft in der Region.

 

Moorbrandkultur (seit dem 16. Jahrhundert; ab 1923 verboten)

Zunächst legten die Bauern flache Entwässerungsgräben an. Im Frühjahr wurde die abgetrocknete Fläche in Brand gesteckt. In die noch warme Asche säten die Bauern vor allem Buchweizen, manchmal Sommergetreide, Hafer und Kartoffeln. Nach 5–7 Jahren war der Boden erschöpft und musste 20–30 Jahre lang brach liegen.

 

Fehnkultur (seit dem 17. Jahrhundert)

Zur Entwässerung des Moores wurden Kanäle angelegt. Vom Hauptkanal, mit Anschluss an einen Fluss, ging ein Netz kleinerer Nebenkanäle (Wieken) ab. An den Wieken wurden den Siedlern Grundstücke mit Torfstichflächen zugewiesen. Der Schwarztorf auf den entwässerten Flächen wurde bis auf die Sandschicht abgegraben und mit Torfschiffen abtransportiert. Nach dem Verkauf des Torfes nahmen die Fehnkolonisten auf ihren Schiffen Fäkalien aus den Städten und Schlick aus den Flüssen mit. Der Schlick und die Fäkalien mussten auf den abgetorften Moorböden trocknen und durchfrieren. Im darauffolgenden Jahr wurde diese Schicht mit den vor dem Torfabbau abgeschobenen, oberen Bodenschichten - der Bunkerde und dem Weißtorf - gemischt. Anschließend konnte das Land bewirtschaftet werden.

 

Deutsche Hochmoorkultur (ab 1877)

Die Moore wurden durch ein sehr enges Grabennetz entwässert, gekalkt und intensiv gedüngt. Die erlaubte die Nutzung als Grünland, führte allerdings im Laufe der Jahre zu einer Bodenverschlechterung.

 

Sandmischkultur oder der “Mammut” im Moor

Die deutsche Sandmischkultur kam nach dem 2.Weltkrieg auf. Nach der Entwässerung mit Hilfe von Gräben riss der als „Schwalbe des Emslandes“ bezeichnete riesige Tiefpflug das Moor bis zu 2 m Tiefe auf, durchbrach die Ortsteinschicht, holte den Sand nach oben und mischte ihn mit dem Torf. Der „Mammut“ wurde von zwei , auf jeder Seite des Feldes fahrenden Lokomobilen an Seilen gezogen. Er wurde damals das Symbol für die Moorkultivierung und für den Emsland-Plan schlechthin

 

Der Emslandplan

Der Emsland-Plan: ein staatliches Entwicklungsprogramm, das von 1950 bis 1989 umgesetzt wurde, um das wirtschaftlich schwache und dünn besiedelte Emsland grundlegend zu modernisieren. Nach dem Zweiten Weltkrieg galt die Region als rückständig: Große Moorflächen erschwerten Landwirtschaft und Besiedlung, Arbeitsplätze waren knapp, die Infrastruktur wenig ausgebaut. Ziel des Emsland-Plans war es, durch gezielte Investitionen neue Lebens- und Arbeitsbedingungen zu schaffen. Zentrale Maßnahmen waren die Entwässerung und Kultivierung der Moorgebiete, der Aufbau landwirtschaftlicher Betriebe, die Förderung der Erdöl- und Erdgasgewinnung sowie der Ausbau von Straßen, Kanälen und Siedlungen.

Eine Erfolgsgeschichte für die Region!

Erdöl-/ Erdgasförderung

Die Gesteinsschichten unter unseren Füßen erzählen eine Geschichte, die einige Millionen Jahre zurückreicht. Große Teile des heutigen Norddeutschlands lagen einmal unter den Fluten eines 144 Mio. Jahre alten Meeres. Winzige Organismen, sog. Plankton, lebte darin. Sobald es abstarb, sank es in die Tiefe. Über Jahrhunderttausende sammelte sich auf diese Weise dort Material an. Da der Sauerstoff dazu fehlte, zersetzte es sich aber nicht, sondern verwandelte sich im Laufe der Zeit durch Wärme und Druck in ölige Kohlenwasserstoffverbindungen. Zu einer Zeit, in der das alte Meer, auf dessen Grund sie entstanden waren, schon längst nicht mehr existierte, sickerten sie in Schichten des Bentheimer Sandsteins ein, die einmal Teil einer Küste gewesen sind. Wasserundurchlässige Tonsteinschichten, die darüber liegen, blockierten ein weiteres Aufsteigen, so dass unsere Ölvorkommen tief im Boden einlagern.

  • 19. Jahrhundert

    Beginn der Erschließung von Erdöllagerstätten. In dieser Zeit entstand das Interesse an Erdöl, vor allem als Alternative zu traditionellen Lampenbrennstoffen.

  • 1854

    Entdeckung von Asphaltit - Bei der Exploration nach Kohlevorkommen im Naturparkgebiet fand man Asphaltit, ein Indikator für Erdölvorkommen.

  • 1904

    Erster großer Bohrversuch bei Bentheim - Dieser ambitionierte Versuch, tiefer in die Erde zu bohren, war von mehreren Gasausbrüchen geprägt.

  • 1930er

    Ölfund in 1.500 m Tiefe - Nach mehreren Versuchen wurde schließlich Öl in beträchtlicher Tiefe gefunden - die Förderung war aber noch nicht rentabel.

  • 1942

    Beginn der Ölförderung in Dalum - Ein Meilenstein in der Geschichte: Der erste Kubikmeter Emslandöl wurde gefördert, was den Beginn einer neuen Ära markierte.

  • nach 1942

    Aufstieg zur größten Erdölprovinz - Mit der Entdeckung weiterer Lagerstätten entwickelte sich die Region zur größten Erdölprovinz auf dem deutschen Festland.

Ausflugstipps

Kiek moal in!

  • unter diesem Motto öffnen landwirtschaftliche Betriebe in der Naturpark-Region Tür und Tor. Auf Infotafeln direkt vor Ort ist auf den ersten Blick zu sehen, worauf sich der Betrieb spezialisiert hat 
  • zum Beispiel auf den Ackerbau, die Rinder- oder Schweinezucht, auf Lege-Hennen oder auf Milchviehhaltung und Biogas. Fotos ermöglichen Blicke hinter die Kulissen, kurze Texte erläutern die Zusammenhänge – und wer den QR-Code an den Hoftafeln scannt, bekommt noch mehr Details zu sehen.