Grenzstein-Route

Grenzstein Nr. 162

Nasse Verteidigungslinie

Im ursprünglichen Bourtanger Moor entstanden durch Bodensenken kleinere Gewässer, die als „Meere“ bezeichnet wurden. Sie sind heute längst trocken gelegt und verschwunden. Zum Ausbau der Wassermühle in Hebel (Haren (Ems)) ließ der Gutsherr von Dankern und Rentmeister des Amtes Meppen, Johan Heinrich Martels, Ende des 17. Jahrhunderts einen Kanal zwischen dem Hebeler Meer und dem Zwarte Meer bauen. Er kreuzte damit den bislang nicht vertraglich festgelegten Grenzverlauf. Die Niederländer fürchteten daraufhin um ihre Verteidigungsstrategie. Das unwegsame Grenzgebiet sollte als „nasse Verteidigungslinie“ auf keinen Fall durch Kanäle entwässert werden. Die Verhandlungen der Niederlande mit dem Fürstbistum Münster führten schließlich zum ersten Grenzvertrag von 1764. Grenzstein 162 wurde auf der Basis dieses Vertrages ganz bewusst an die Stelle des „Martelschen Kanals“ gesetzt. Der Kanal selber musste zugeschüttet werden. 2/3 der Fläche des ehemaligen Kanals gingen per Vertrag an die Niederländer, 1/3 an die Deutschen.


So finden Sie Stein 162:
Der Grenzstein 162 liegt am Feldrand neben dem Wegweiser.