LEADER-Förderprogramm als starker Motor der Regionalentwicklung

600 Projekte im Emsland und in der Grafschaft Bentheim unterstützt

Wissenswertes
Hümmling-Pfad_TinnerLoh©NaturparkMoor.JPEG

600 Projekte im Emsland und in der Grafschaft Bentheim unterstützt

Ob ein besonderer Treffpunkt für das Dorfleben, ein neuer Radweg für Touristen und Einheimische oder ein Projekt zum Schutz der Natur: Im Emsland und der Grafschaft Bentheim ist die positive Wirkung des EU-Förderprogramms LEADER an allen Ecken spürbar. In den vergangenen zehn Jahren wurden knapp 600 Projekte durch die sechs Lokalen LEADER-Aktionsgruppen auf den Weg gebracht – Projekte, die als freiwillige Leistungen der Kommunen ohne EU-Mittel nicht finanzierbar gewesen wären. Eine Fördersumme von rund 30 Millionen1 Euro hat dabei eine beeindruckende Gesamtinvestition von rund 65 Millionen Euro ausgelöst. Diese Zahlen belegen eindrucksvoll: Die Förderung der Europäischen Union ist ein unverzichtbarer Motor für die Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raums.

Was ist LEADER und wie funktioniert es?
LEADER ist ein breit aufgestellter Förderansatz. Das Besondere daran: Die Ideen und Projekte kommen direkt von den Menschen vor Ort. In den sogenannten Lokalen Aktionsgruppen (LAGs) entscheiden Vertreter aus Kommunen, Vereinen, Unternehmen und engagierte Bürgerinnen und Bürger gemeinsam, welche Projekte für ihre Region am wichtigsten sind. Schon bei der Erstellung der „Regionalen Entwicklungskonzepte“ kann sich die Bevölkerung mit ihren Wünschen und Ideen aktiv einbringen – transparent, offen und dialogorientiert. So wird sichergestellt, dass die Fördermittel passgenau dort ankommen, wo sie gebraucht werden.

Vielfalt, die die Region stärkt
Die Bandbreite der geförderten Projekte ist groß und spiegelt die Vielfalt des Lebens auf dem Land wider. Sie reicht von Maßnahmen im Klima- und Naturschutz über die Stärkung von Tourismus und Freizeit bis hin zur Dorfentwicklung und der Förderung von Wirtschaft und Landwirtschaft. Ebenso vielfältig sind die Antragsteller: Kommunen setzen Projekte um, aber auch Heimatvereine, Dorfgemeinschaften oder Privatpersonen und Unternehmen.

Sechs Regionen – eine starke Kooperation
Die sechs LEADER-Regionen „Nördliches Emstal“, „Hümmling“, „Hasetal“, „Moor ohne Grenzen“, „Südliches Emsland“ und „Grafschaft Bentheim“ arbeiten seit Jahren eng zusammen. Jede Region hat mit LEADER-Mitteln Leuchtturmprojekte realisiert, die ihre Stärken unterstreichen:

Im Rahmen eines umfangreichen Kooperationsprojektes haben die LEADER-Regionen Hümmling und Hasetal gemeinsam mit allen beteiligten Kommunen neue zertifizierte Freizeitwege im Naturpark Hümmling entwickelt. Durch die Einführung eines flächendeckenden Fahrrad-Knotenpunktsystems sowie neuen Hümmling-Pfaden entstand ein Meilenstein für den Tourismus, der das Freizeitangebot für Einheimische und Gäste erheblich verbessert und die Regionen enger vernetzt.

Um die wertvolle Arbeit des Heimatvereins Haselünne im Hasetal für die Zukunft zu sichern wird mit der Einstellung einer hauptamtlichen Kulturmanagerin der Verein und insbesondere das von ihm betriebene Museum professionalisiert, um durch moderne Angebote und eine stärkere touristische Anbindung neue Zielgruppen zu erschließen und das kulturelle Erbe lebendig zu erhalten.

In der Gemeinde Dörpen im Nördlichen Emstal wurde mithilfe von LEADER-Fördermitteln ein moderner Pumptrack errichtet, der als neues Bewegungs- und Freizeitangebot für Kinder, Jugendliche und Erwachsene dient. Die wellenförmige Strecke kann mit Fahrrädern, Rollern, Skateboards oder Inlinern genutzt werden und fördert Sport, Koordination und Begegnung.

Zur Stärkung der regionalen Identität und des Tourismus hat das Südliche Emsland mit LEADER-Mitteln ein einheitliches Marketingkonzept inklusive des Logos „Natürlich hier“ und professioneller Online-Kanäle entwickelt. Die neue Regionshomepage und die Social-Media-Kanäle dienen nun als zentrale Anlaufstelle, um Einheimische wie Gäste über das vielfältige Freizeitangebot zu informieren und die Region professionell nach außen zu präsentieren.

Im Rahmen eines Pilotprojektes am Dalum-Wietmarscher Moor wurden Lösungen erarbeitet, um den Landschaftswasserhaushalt so zu optimieren, dass sowohl die Landwirtschaft als auch die angrenzenden, renaturierten Moore von einem besseren Wasserrückhalt profitieren. Durch die gemeinsame Entwicklung eines Systemverständnisses und das Schaffen von Vertrauen unter allen Beteiligten ist ein übertragbares Modell entstanden, das den Interessen bei der Wassernutzung zukunftsfähig begegnet.

In allen Regionen stehen die Dorfentwicklung und die Sicherung der Daseinsvorsorge im Fokus. LEADER leistet hier einen wesentlichen Beitrag dazu, die Dörfer und kleinen Ortschaften lebenswert, gut versorgt und damit zukunftsfähig zu halten.

Blick in die Zukunft: Ländliche Räume brauchen eine starke Stimme in Europa
Dieser Erfolg ist Ansporn für die Zukunft. Die Lokalen Aktionsgruppen richten ihren Blick bereits auf die kommende EU-Förderperiode von 2028 bis 2034. Sie senden einen klaren Appell an die Politik in Brüssel und Berlin: „LEADER ist ein wirksames Instrument, um Bürgerengagement zu aktivieren und maßgeschneiderte Lösungen für unsere Dörfer zu finden“, so der einstimmige Tenor der regionalen Akteure. „Damit wir diese wertvolle Arbeit fortsetzen können, muss die Förderung des ländlichen Raums im Mehrjährigen Finanzplan der EU weiterhin Priorität haben und verlässlich ausgestattet sein.  Investitionen in unsere Regionen sind Investitionen in die Zukunft Europas. Denn nur mit einer starken europäischen Förderung bleibt der ländliche Raum zukunftsfähig.“


Weiterführende Informationen zu Projekten finden sich auf den Internetseiten der Regionen: