Radeln bis an die Grenze

Mit dem Fahrrad besucht: Historische Denkmale an Eckpunkten des Emslandes

Im Fokus
4. Am Dreiherrenstein....JPG

Mit dem Fahrrad besucht: Historische Denkmale an Eckpunkten des Emslandes

Älteste überlieferte Grenzmarkierung am Rand des heutigen Emslands dürfte der Ottenstein (1) sein. Er liegt seit etwa 1250 n. Chr. zwischen Schwartenpohl und Wietmarschen und zeigte die Ausdehnung uralter Marken von Dörfern an. Um die Gebiete der Herren, des Fürstbischofs von Münster (EL) und des Grafen von Bentheim, ging es eigentlich (noch) nicht. Deren Territorien richteten sich später nach den Markengebieten.

Ähnlich war es beim Ringer Pfahl (2) bei Twist. Dieser wurde um 1650 im Moor am Fluss Aa als Bezugspunkt der Bentheimischen Marken von Scheerhorn und Ringe errichtet. Auf der anderen Seite des Flusses lagen Hesepe und Rühle (EL). 1993 wurde durch die Studiengesellschaft für Emsländische Geschichte ein Erinnerungspfahl aufgestellt. Dieser ist seit einigen Jahren verschwunden. Die Grafschaft Bentheim war ebenfalls Nachbar von Emsbüren. Ein Grenzstein von 1793 zeigt bei der Engdener Wüste die „Bentheimer Pfennige“(3) des dazugehörenden Wappens.

Auf der Tour vom äußersten Westen des Emslandes bis hinter Wettrup im Osten stoßen wir auf den Dreiherrenstein (4). Dieser zeigt die Jahreszahl 1652. Es ist der Punkt, an dem die Territorien der Fürstbischöfe von Münster, Osnabrück und des Fürsten von Oranien sich trafen. Die Niederländer waren in den Besitz der Grafschaft Lingen gelangt. Ihre calvinistische Staatsreligion hatte zur Folge, dass Katholiken zur Feier ihres verbotenen Gottesdienstes auf das Gebiet des Fürstbistums Osnabrück auswichen. Daran erinnert der Dreiländerstein (5) bei Messlage.

1824 wurde zwischen den Königreichen der Niederlande und Hannover der Grenztraktat von Meppen vereinbart. Grenzsteine entlang der Grenze zu den Niederlanden wurden neu festgelegt. Das Denkmal Am Brualer Schloot (6) bezeichnet die hannoversche Grenze zu Holland und Ostfriesland. 1866 annektierte das Königreich Preußen Hannover. Das Emsland war jetzt preußisch. Grenzsteine mit „P“ wurden an die Außengrenzen des Emslandes gesetzt. Der Preußische Grenzstein (7) an der B 213 bei Herzlake-Westrum zeigte die Grenze zum Großherzogtum Oldenburg an.

Emslandliebe – Gestern. Heute. Morgen.
Das Themenjahr 2025 rund um das Jubiläum „75 Jahre Emslandplan“ ist eine Serie aus Erzählungen in Kooperation mit der Emsländischen Landschaft, der Emsland Tourismus GmbH und des Emsland-Kuriers.