Wie man auf dem Wappen der Gemeinde sehen kann, ist die Landwirtschaft prägend für Spelle. Der Pflug symbolisiert die landwirtschaftliche Tradition und steht für die moderne Landmaschinenindustrie.
Das Gebäude des heutigen Moorcafés wurde 1829 als Heuerhaus errichtet und steht nordöstlich von Spelle nahe des 56 Hektar großen Naturschutzgebietes „Speller Dose“ mit einem wiedervernässten Hochmoorrest, der weitgehend unter Birkenwald liegt.
Das Wohngebäude für Landarbeiter drohte zu verfallen, wurde Anfang der 2000er Jahre aufwendig saniert und im Jahr 2004 als „Moorcafé“ eröffnet. Durch das vollständig erhaltene Ständerfachwerk mit den tragenden Massivholzbalken im Innenraum blieb der urige Charme des einstigen Heuerhauses erhalten. Im Giebel des Cafés kann man heute noch die damals typische Baukultur im Südlichen Emsland erkennen: Engmaschige Gitterfachwerke aus Ständern und Riegeln.
Im Jahr 2015 wurde das Café um einen neuen Buffetraum erweitert und die damaligen Geschäftsführerinnen Monika Herrmann und Manuela Röttger konnten über 130 Gästen Platz für Kaffee und Kuchen bieten. Zudem wurde der Außenbereich neu gestaltet und weitere Sitzmöglichkeiten hergerichtet.
Im Jahr 2019 entschieden sich Janine Yildirim-Goliat und Onur Yildirim, das Moorcafé zu übernehmen. Das Haus hatte zuvor lange Zeit leer gestanden, so dass das Ehepaar bis zur Neueröffnung am 29. November die Gasträume aufwendig renovieren musste. Über Kaffee und Kuchen hinaus starteten die beiden durch mit täglich wechselndem Mittagstisch und warmen Speisen am Abend.
Wenige Wochen später der Schock: Ein verheerender Brand zerstörte am 2. Januar 2020 das alte Heuerhaus. Doch die beiden Gastronomen – sie kommt gebürtig aus Emsdetten und er stammt aus Bielefeld – krempelten im wahrsten Sinne des Wortes die Ärmel hoch und nutzten die „Corona-Krise“ für die erforderlichen Baumaßnahmen bis zur Wiedereröffnung im September des Jahres. Der urige Charakter des Hauses mit den massiven Holzbalken blieb erhalten. Die Atmosphäre wurde durch helleres Holz der Möblierung und helle Wandfarben aufgefrischt.
Das Moorcafé bietet im Innenbereich Platz für rund 150 Gäste, verteilt auf Haupthaus, Wintergarten und einen abtrennbaren Saal. Bei schönem Wetter stehen zusätzlich bis zu 100 Plätze auf der Terrasse bereit. Kinder lockt der Spielplatz ins Freie, und die mit dem Rad anreisenden Ausflügler können die Ladestationen für E-Fahrräder nutzen sowie den Drahtesel auf dem separaten „Fahrrad-Parkplatz“ neben dem Lokal abstellen.
Apropos Rad: Das Moorcafé liegt unweit vom Knotenpunkt 74 des emslandweiten Fahrradknotennetzes und wird unter anderem über die Tagestour „Bi de Noabers“ im Südlichen Emsland und den 6,5 Kilometer langen Abschnitt des Bahn-Radweges zwischen Spelle und Beesten erreicht. Der Bahn-Radweg ist seit 2018 Teil des Rundkurses Emsland-Route, der alle Orte in der Region verbindet.
Der Arbeitsalltag der Gastgeber orientiert sich an Feiern jeder Größe – von Geburtstagen über Hochzeiten bis zu Trauerfeiern oder Firmenveranstaltungen. Janine Yildirim-Goliat kümmert sich um Service und Büroangelegenheiten, während Onur Yildirim als Koch das kulinarische Angebot des Hauses weiterentwickelt. Seit der Wiedereröffnung entfiel der Mittagstisch und die Gastgeber konzentrierten sich auf das Café-Geschäft und den Abendservice.
„Besonders beliebt bei den Gästen ist die Moorcafé-Kirsch-Torte, ein echter Renner!“, berichtet Janine Yildirim-Goliat, die alle Torten und Kuchen für ihr Moor-Café bäckt. Und ihr Mann Onur versäumt es nicht, auf seine hausgemachten Rinderrouladen mit Kartoffelstampf, geschmorten Zwiebeln und Apfel-Rotkohl hinzuweisen. Die Stammgäste aus Spelle und Umgebung bis ins Münsterland schätzen die vielseitigen Gerichte der „Deutschen Küche“ aus überwiegend regionalen Produkten.
Tatkräftig unterstützt werden die beiden von einem 18-köpfigen Team. Über die Facebook-Seite werden die Gäste über freie Plätze am Sonntag zum großen Frühstücksbuffet oder Events wie das „Krimi-Dinner“ auf dem Laufenden gehalten. Ergänzend zur Gastronomie stehen drei Stellplätze zum naturnahen Mini-Camping zur Verfügung. Buchbar ist die Übernachtung über das Portal „Landvergnügen“ oder direkt bei den Gastgebern.
Wer „Das Moorcafé“ in Spelle besucht (Nordring 30B, Tel. 05977 6449622, www.dasmoorcafe.de), findet hier eine Anlaufstelle, die Ruhe, Natur und Geselligkeit harmonisch zusammenbringt.
Naturparke in der Ferienregion feiern Jubiläum
In Kooperation mit dem Emsland-Kurier feiern wir in diesem Jahr die Jubiläen “20 Jahre Naturpark Bourtanger Moor” und “10 Jahre Naturpark Hümmling” mit Geschichten über die eindrucksvolle Kulturlandschaft, prägnante und ungewöhnliche Sehenswürdigkeiten und ehrenamtliches Engagement mit viel Heimatgefühl.
Die Beiträge werden im Emsland-Kurier veröffentlicht und sind im Emsland-Blog "Moor & mehr“ auf unserer "Geburtstagsseite"zum Themenjahr nachzulesen.








