Wollgras, Weitblick und Genussmomente im Provinzialmoor
Eine riesige Bank mitten im Moor, Wollgras am Wegesrand und zum Abschluss Magnolieneis – genau diese ungewöhnliche Kombination hat unseren Ausflug ins Provinzialmoor bei Twist ausgemacht.
Unsere Tour führte uns auf den rund sieben Kilometer langen Wanderweg „Der Torfstecher“ durch das Provinzialmoor. Mit über 530 Hektar gehört es zu den größeren Moorgebieten im Emsland und zeigt heute ganz unterschiedliche Entwicklungsstufen der Landschaft: von renaturierten Moorflächen über Heidebereiche bis hin zu Spuren des früheren Torfabbaus. Genau dieser Wandel begleitet uns auch während der gesamten Wanderung.
Direkt zu Beginn der Strecke erreichen wir schon das größte Highlight der Tour und das im doppelten Sinne: eine XXL-Bank. Mitten in der Moorlandschaft wirkt sie fast ein wenig surreal und fällt sofort ins Auge. Für uns war das direkt der perfekte Ort für eine ausgiebige Pause. Von oben schaut man weit über das Moor und bekommt sofort ein Gefühl für die besondere Ruhe dieser Landschaft.
Danach führt uns der Weg durch ein wiederbelebtes Moorgebiet, das sich sichtbar verändert. Gerade jetzt im Frühling entsteht hier eine ganz besondere Atmosphäre – denn die Wollgrasfrucht hüllt die Landschaft in ein zartes weiß. Dieser Abschnitt hat uns landschaftlich am besten gefallen.
Dazu kommen viele Infotafeln, die erklären, wie das Moor früher genutzt wurde und warum die Wiedervernässung heute so wichtig ist. Gerade für Familien können wir diesen Bereich gut empfehlen, denn der anfängliche Weg ist gleichzeitig ein Erlebnispfad und lässt sich auch unabhängig vom großen Rundweg als eigene, etwa zwei Kilometer lange Tour laufen.
Danach wird der Weg einfacher und geradliniger. Genau das passt aber auch irgendwie zur Moorlandschaft. Statt ständig neuer Eindrücke sind es die Stopps und Haltepunkte am Wegesrand, die den Rundweg ausmachen. Immer wieder stößt man auf Relikte aus der Zeit des Torfabbaus: alte Loren, Schienenreste oder Hinweise auf die frühere Nutzung der Landschaft. Sie erzählen leise von einer Zeit, in der das Moor noch ganz anders genutzt wurde. Auch die Erdöl- und Erdgasförderung gehört hier historisch dazu und wird unterwegs thematisiert.
Insgesamt lebt die Tour „Der Torfstecher“ also weniger von einer durchgehend spannenden Streckenführung, sondern vielmehr von einzelnen Stationen, die den Weg auflockern und ihm Bedeutung geben. Wer Ruhe, Natur und interessante Einblicke in die Geschichte des Moores sucht, findet hier eine schöne Tour für einen entspannten Nachmittag.
Abgerundet haben wir unseren Ausflug anschließend im Landgasthof Backers. Dort erwartete uns eine kreative Slow-Food-Küche mit regionalen Zutaten, die hier ganz neu interpretiert werden. Besonders spannend fanden wir Kombinationen wie Magnolieneis oder Portulakpesto – so etwas haben wir im Emsland bisher noch nicht gefunden und probieren können. Ungewöhnlich, aber unglaublich lecker. Nach der ruhigen Wanderung war das für uns genau der richtige Abschluss, um bewusst genießend den Tag ausklingen zu lassen.
www.naturpark-moor.eu und www.gasthof-backers.de
Steckbrief Heimatabenteurer:
Gleich zwei Naturparke hat das Emsland – den Naturpark Bourtanger Moor – Veenland, dessen Gebiet bis in die Niederlande reicht und den Naturpark Hümmling. Das Geburtstagsjahr feiern die Naturparke u.a. mit Geschichten zu „Moor & mehr“. Neben MoorOrten, MoorMenschen und MoorWissen machen auch die Heimatabenteurer auf Besonderheiten aufmerksam, die sie auf Rad- und Wanderwegen entdecken.
Neugierig auf „Moor & mehr“ teilen sie die Erlebnisse ihrer Abenteuer-Ausflüge in unserer Heimat und berichten über ihre Erfahrungen. Heute sind sie auf einem Moorlandpfad, dem „Torfstecher“ unterwegs – eine rund sieben Kilometer lange Wanderung durch das Provinzialmoor. Auf der Internetseite des Naturparks www.naturpark-moor.eu gibt es die Eindrücke zum Nachlesen, ebenso wie auf den Sozialen Kanälen des Naturparks Bourtanger Moor – Veenland (@naturpark_moor_veenland) und der Heimatabenteurer (@Die_Heimatabenteurer).
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